Haustürgeschäfte - Verschärfte Anforderungen an Widerrufsbelehrung!

Haustürgeschäfte - Verschärfte Anforderungen an Widerrufsbelehrung!

Bei so genannten Haustürgeschäften, also insbesondere bei Geschäftsabschluss in der Wohnung des Verbrauchers, steht diesem das Recht zu, seine auf Abschluss des Vertrages gerichtete Willenserklärung zu widerrufen. Die Frist zum Widerruf beläuft sich auf zwei Wochen und beginnt erst dann, wenn dem Verbraucher eine Belehrung über das Widerrufsrecht mitgeteilt worden ist. Die Widerrufsbelehrung muss zum Schutz des Verbrauchers möglichst umfassend, unmissverständlich und eindeutig sein.

Der Bundesgerichtshof (Urt. v. 12.04.2007 - VII ZR 122/06) hat nun entschieden, dass eine Widerrufsbelehrung, die den Verbraucher lediglich über dessen Pflichten im Falle des Widerrufs, nicht jedoch über dessen wesentliche Rechte informiert, nicht diesen gesetzlichen Anforderungen genügt. Insbesondere ist ein Hinweis auf das Recht des Verbrauchers erforderlich, vom Unternehmer geleistete Zahlungen und auch Zinsen verlangen zu können. Ohne eine ausreichende Widerrufsbelehrung des Verbrauchers beginnt der Lauf der zweiwöchigen Widerrufsfrist nicht.

Auch im Rahmen einer Haustürsituation abgeschlossene Darlehensverträge können hiernach im Falle fehlerhafter Widerrufsbelehrung u. U. noch Jahre nach deren Abschluss widerrufen und geleisteten Zahlungen von dem Kreditinstitut zurückgefordert werden.

Ähnliche Artikel aus dieser Kategorie

Arbeitnehmer müssen im Streit über Folgeerkrankungen alles offen legen

Ein Arbeitnehmer hat im Streit über das Vorliegen einer neuen Erkrankung i.S.v. § 3 Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 Entgeltfortzahlungsgesetz alle zur Arbeitsunfähigkeit …

Unterhaltstitel bestehen nach Eintritt der Volljährigkeit fort

Am 09.11.2006 entschied das Oberlandesgericht Koblenz (Aktenzeichen: 7 WF 1042/06) zu dem häufig übersehenen Problem der Fortgeltung von Unterhaltstiteln. Grundsätzlich gilt ein Unterhaltstitel aus der …

Scheidung vor Ablauf des Trennungsjahrs

Voraussetzung für eine Scheidung der Ehe ist deren Scheitern, § 1565 Abs. 1 Satz 1 BGB. Ein Scheitern der Ehe liegt vor, wenn die Lebensgemeinschaft …

Weitere Fragen zu diesem Thema?

Kontaktieren Sie uns! Wir stehen Ihnen täglich von Montag bis Donnerstag von 08:00 - 19:00 Uhr und Freitag von 08:00 - 17:00 Uhr zur Verfügung. Sie konnten uns nicht erreichen? Dann schreiben Sie uns doch eine E-Mail: info@hsp-kanzlei.com

Tel. +49 9321 91820

Kontakt

Domstraße 2

Telefon:  +49 931 32937390
Telefax:  +49 931 329373950

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag: 08:00 - 19:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 17:00 Uhr

ConneKT 12

Telefon:  +49 9321 91820
Telefax:  +49 9321 918220

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag: 08:00 - 19:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 17:00 Uhr

Marktplatz 7

Telefon:  +49 9341 846870
Telefax:  +49 9341 8468750

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag: 08:00 - 19:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 17:00 Uhr