Investments in Container möglicherweise wertlos – P&R in vorläufiger Insolvenz

Investments in Container möglicherweise wertlos – P&R in vorläufiger Insolvenz

Die P&R Gruppe in Grünwald bei München vertreibt seit über 40 Jahren Investments in Container. Hierbei verkaufte P&R an die Anleger standardisierte Überseecontainer zu einem bestimmten Preis. Sodann wurden diese durch die Anleger an P&R für eine Laufzeit von 3 bis 5 Jahren zurückvermietet. Nach Ablauf dieser Zeit stellte P&R den Rückkauf der Container in Aussicht. Während der Laufzeit sollte P&R die Container weitervermieten und hieraus Ihre Gewinne erzielen.

Was nach einer klaren und sauberen Anlageform aussah, und über die Jahre vielen Anlegern gute Gewinne einbrachte, stellt sich nun möglicherweise als dubioses Schneeballsystem mit noch nicht absehbaren Folgen dar.

Erste Anzeichen für ein fragwürdiges Geschäftsgebaren zeigten sich im Laufe des Jahres 2017, als bekannt wurde, dass P&R wohl seit dem Jahre 2013 deutlich weniger Mieten einnahm, als sie an die Anleger zu zahlen hatte.

Hatte dies zunächst keine direkten Auswirkungen auf die Anleger, so blieben nun Anfang Februar 2018 die fälligen Mietzahlungen für das 4. Quartal 2017 an die Anleger aus. Zudem stellte P&R Anfang März 2018 den Vertrieb ihrer Produkte ein.

Am 19.03.2018 bestellte nun das Amtsgericht München Herrn Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé zum vorläufigen Insolvenzverwalter der P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH und der P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH.

Überraschend ist dies, zumal die Container- und Schiffskrise eigentlich überwunden schien, und überall wieder steigende Umsätze geschildert werden.

Gerade diese positive Entwicklung des Überseehandels lässt vermuten, dass das Geschäftsmodell von P&R ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr auf einem hanseatischen Geschäftsgebaren fußte, sondern die Mieten und Rückkaufsummen zumindest zum Teil nur noch durch den Abschluss von immer mehr Neuverträgen finanziert wurden. Sollte sich dies als wahr herausstellen, steht vielfacher Betrug im Raum.

Gingen viele Anleger bisher davon aus, eine seriöse und vergleichsweise unkomplizierte Anlageform mit einer vernünftigen Rendite von 3 – 5 Prozent gefunden zu haben, wird nun offenbar, wie kompliziert ihre Anlage tatsächlich ist. So erscheint nun bereits unsicher, ob die von P&R verkauften und rückgemieteten Container überhaupt existieren bzw. ob P&R in der Lage ist, diese einzelnen Anlegern zuzuordnen und über deren aktuellen Standort Auskunft zu geben. Je nachdem, ob dies der Fall ist, stellen sich unterschiedliche rechtliche Fragen.

Sollten die Container tatsächlich vorhanden sein, haben die Anleger zwar das Eigentum an diesen inne und können diese ggf. verwerten. Sie haften in diesem Falle nach erster Einschätzung jedoch auch persönlich für Standgebühren, Schäden und andere Kosten welche durch die Container entstehen.

Sollten die Container nicht vorhanden sein, steht vielfacher gewerbsmäßiger Betrug und arglistische Täuschung im Raum, was verschiedene Schadenersatzansprüche gegen die einzelnen Gesellschaften der P&R Gruppe im In- und Ausland nach sich ziehen könnte. Eine Aussicht, von der Gesellschaft selbst Schadenersatz zu erlangen, ist jedenfalls nach Abschluss des Insolvenzverfahrens nahezu ausgeschlossen.

Die nötigen Schritte in die Wege zu leiten, um die Rechte aus den Kauf- und Verwaltunsverträgen zu sichern und ggf. die Verantwortlichen in Haftung zu nehmen, ist darum ein Gebot der Stunde. Gerade die neue Situation der Insolvenz fordert von den Anlegern schnelles Handeln.

Als wirtschafts-, kapital- und insolvenzrechtlich ausgerichtete Kanzlei mit großer Erfahrung im Kapitalanlagerecht vertreten wir gerne auch in dieser Angelegenheit Ihre Interessen.

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